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Funk- und Fernsehspots

In Amerika hat ein Steakhouse folgende Werbung gemacht: Es wurde ein Stück Fleisch gezeigt und darunter wurde folgende Frage gestellt:

Wie hätten Sie gerne Ihr Fleisch?

Gut durch? Medium? Roh?
oder halb bewußtlos?

Zu guter Werbung gehört immer Mut und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Leider ist Beides in Deutschland nicht gerade häufig anzutreffen. Hätten Sie den Mut gehabt ...

Sie kennen die umstrittenen Bilder der Benetton-Werbung? Auch wenn Sie die Kampagne weniger gut finden oder nicht einordnen können, die zig-fache Umsatz-Steigerung des Konzerns in den letzten 15 Jahren sagt wohl alles ...

Wie schon auf der Startseite erwähnt, ist es für ein Produkt geradezu tödlich, wenn der Zuhörer bzw. Zuschauer eine Abneigung gegen ein Jingle entwickelt. Ich verkneife es mir, dazu Beispiele aufzuführen, aber Sie wissen, was ich meine: "Wie kann man nur so einen Quatsch bringen", "Das ist ja wirklich zu blöd", "Ich kann diese doofe Werbung nicht mehr sehen", usw. Sie kennen alle diese Aussprüche aus Ihrer Familie. Diese Aversion kann sich auf die ganze Firma übertragen und schadet dem Image außerordentlich - und dem Produkt sowieso. Es gibt viele Verbraucher, die deswegen ein Produkt geradezu boykottieren.

Trotzdem wird oft genug so ein Flop-Spot bis zum fast veritablen Erbrechen weitergesendet. Hat ja Geld gekostet. Schaut denn da in der Chefetage keiner mehr hin? Diese Spots sind die öffentliche Visitenkarte des Unternehmens, da sollte man sich eine mehrfach tägliche Blamage ersparen.

Auch wenn Ihre Werbung richtig gut ist und Sie sich jetzt zufrieden zurücklehnen, sind Sie von den "Nervtötern" mitbetroffen. Weil man den Quatsch nicht mehr sehen und hören kann, wird weitergezappt. Sollte Ihre Werbung später dran sein - Pech, wenn Sie vorher schon mit abgeschossen wurden.

Umgekehrt gibt es auch richtig gute Werbung, so gut, daß sogar davon Fortsetzungsgeschichten gemacht werden, z. B. der Italiener mit dem Kaffee oder auch der Hund, der "aber immer öfter" auf sein Herrchen hört. Sowas nutzt sich kaum ab und kann eine Marke ganz nach oben bringen. Diese Produktionen (leider nicht von uns) haben sich vielfach ausgezahlt und gehören mit Sicherheit nicht zu der ominösen Hälfte der Werbekosten, die sinnlos ausgegeben wird.

Es muß hier allerdings auch eines ganz klar gesagt werden: Man kann ein Produkt mit großem Aufwand und mit allen gezogenen Registern kurzfristig pushen, aber wenn es nichts taugt, kann es auf Dauer auch mit vielen Werbemillionen nicht gehalten werden.

Und auch davor sollte noch dringend gewarnt werden: Es ist wie bei den Wahlen: Unterschätzen Sie nicht Ihre Kundschaft und versuchen Sie nie, sie für dumm zu verkaufen.

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